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Nasenarbeit im Winter – warum sie draußen & drinnen Gold wert ist.

  • Autorenbild: Lily Kuhn
    Lily Kuhn
  • 28. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

❄️ Winterzeit ist Schnüffelzeit

Im Winter verändert sich für Hunde einiges:weniger Bewegung, kürzere Spaziergänge, dicke Kleidung, glatte Wege – und oft auch weniger Abwechslung. Viele Hunde wirken in dieser Zeit schneller unausgeglichen, hibbelig oder „unterfordert“.

Dabei liegt die Lösung oft näher, als man denkt: die Nase.

Nasenarbeit ist eine der natürlichsten und gleichzeitig effektivsten Formen der Auslastung – besonders im Winter. Sie braucht wenig Platz, wenig Zeit und wirkt oft nachhaltiger als jede wilde Spielrunde.


🧠 Warum Schnüffeln so viel bewirkt

Hunde nehmen ihre Umwelt primär über den Geruchssinn wahr.Ihr Gehirn ist darauf ausgelegt, Informationen zu erschnüffeln, zu unterscheiden und zu verarbeiten – das kostet Energie und fördert Fokus sowie Selbstregulation (Miklósi, 2007).

Studien und verhaltensbiologische Beobachtungen zeigen:➡️ 10–15 Minuten konzentrierte Nasenarbeit können einen Hund ähnlich auslasten wie ein langer Spaziergang.

Gerade im Winter, wenn äußere Reize reduziert sind, wirkt Nasenarbeit wie ein mentales „Fenster nach draußen“.


🌬️ Nasenarbeit draußen im Winter

Viele denken, Nasenarbeit sei nur etwas für drinnen – dabei ist sie draußen im Winter besonders spannend.

Warum?Kälte verändert Gerüche. Sie bleiben länger am Boden, verteilen sich anders und sind für Hunde oft klarer und intensiver wahrnehmbar.

Geeignete Ideen für draußen:

  • Futterspuren im Schnee oder auf Laub

  • Suchspiele am Wegesrand (z. B. ein Handschuh oder Spielzeug)

  • „Such das Leckerli“-Momente an ruhigen Stellen

  • Langsames Erkunden statt Strecke machen

💬 Lily-Tipp: "Schnüffeln" kann man auch als Signal einführen und als Belohnung verwenden.


🏠 Nasenarbeit drinnen – ruhig, effektiv, alltagstauglich

Wenn es draußen wirklich ungemütlich ist, wird die Wohnung zum Schnüffelrevier.Das Schöne: Du brauchst kein Equipment, keine Perfektion – nur ein bisschen Kreativität.

Einfache Ideen:

  • Schnüffelteppich oder Futtersuche im Raum

  • Becherspiel (Leckerli unter einem von mehreren Bechern)

  • Handtuch- oder Kartonsuche

  • Geruch unterscheiden (z. B. „Finde mein Tuch“)

Wichtig dabei:

  • kurze Einheiten

  • ruhige Atmosphäre

  • kein „Höher, schneller, weiter“

Nasenarbeit soll fokussieren, nicht aufdrehen.


🧘‍♀️ Warum Nasenarbeit besonders sensiblen Hunden hilft

Gerade sensible, schnell erregbare oder unsichere Hunde profitieren enorm von Nasenarbeit.Sie lenkt die Aufmerksamkeit nach unten und nach innen, statt nach außen.

Das kann helfen bei:

  • Reizüberflutung

  • Frust

  • innerer Unruhe

  • Stress in der dunklen Jahreszeit

Viele Hunde zeigen nach Nasenarbeit ein deutlich ruhigeres Verhalten – sie legen sich ab, schlafen tiefer und wirken „zufrieden“.


⚠️ Was du vermeiden solltest

  • zu lange Einheiten

  • Zeitdruck („Jetzt such endlich!“)

  • zu schwierige Aufgaben

  • gleichzeitige starke Reize (laute Umgebung, Besuch, Kindertrubel)

Nasenarbeit ist kein Test, sondern ein Angebot.


❤️ Fazit

Nasenarbeit ist keine Notlösung für schlechtes Wetter –sie ist eine hochwertige, artgerechte Beschäftigung, die deinem Hund im Winter Stabilität, Ausgeglichenheit und echte Zufriedenheit schenken kann.

Ob draußen im frostigen Park oder drinnen im Wohnzimmer:Wenn dein Hund schnüffelt, arbeitet sein Gehirn – und genau das brauchen viele Hunde in der kalten Jahreszeit mehr denn je.


📚 Quellen (APA)

  • Miklósi, Á. (2007). Dog Behaviour, Evolution, and Cognition. Oxford University Press.

  • Lindsay, S. R. (2000). Handbook of Applied Dog Behavior and Training. Iowa State University Press.

  • Panksepp, J. (2005). Affective Neuroscience. Oxford University Press.

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